Meine Herde
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Pferde/Ponys:

Fury: Unser ältestes und erfahrenstes Herdenmitglied wurde am 9. Juli 1991 bei uns auf dem Hof geboren. Seit über 35 Jahren begleitet er uns und hat über Jahre gezeigt, was es heisst, ein guter „Leader“ zu sein. Seine Mutter war Zeit ihres Lebens die Leitstute und hat die Position der „Geschäftsleitung“ an ihren Sohn weitervererbt. Die ganze Herde hat ihn als Gruppenleiter akzeptiert und er hat sich das Vertrauen der ganzen Herde auch verdient. Im Alter von ca. 25 Jahren (für Pferde ein sehr hohes Alter) wurde dann durch den Neuankömmling Dante die Führung von Fury in Frage gestellt, was zur Folge hatte, dass er nicht mehr der alleinige Leiter der Gruppe war, sondern verschiedene Mitglieder Leitungspositionen innehatten. Mittlerweile geniesst er seinen Ruhestand und hat den Führungsposten ganz abgegeben.

J.C.: Am 27. Juni 1997 ist J.C. bei uns geboren und ist der kleine Bruder von Fury. Er ist ein sehr selbstständiges Pony und nicht sehr teamorientiert. Als Herdenmitglied nimmt er wichtige Rollen ein, sei es im Spiel mit seinem kleinen Herdenkamerad Limbo oder beim Kraulen seines Bruders, bleibt aber grösstensteils unabhängig. Im Frühling hatte er eine schwere Verstopfungskolik und musste notoperiert werden. Seine rubuste Art und sein Überlebenswille haben ihn sich in wenigen Monaten wieder erholen lassen und auch er geniesst jetzt sein Rentnerleben in vollen Zügen. Wir haben ihn scherzeshalber immer Prinz Charles genannt, da er immer König sein wollte, aber sein grosser Bruder immer älter wurde und diese Möglichkeit immer unwahrscheinlicher.

Limbo: Der Kleinste in unserem Team ist Limbo, knapp einen Meter gross. Er kam zu uns im Jahr 2010, als er bereits 12 Jahre alt war. Seine Besitzerin ist verstorben und so fand er den Weg zu uns. Limbo hatte keine einfachen Jahre davor. Er lebte hauptsächlich eingesperrt in einem Stall als Hengst neben einer älteren Stute. Seine fehlende Sozialkompetenz ist bis heute immer wieder spürbar in der Herde. Er hat z.B. eine Vorliebe für das Beissen in die Lendenregion seiner Kumpels. Diese empfinden das für eine Weile als lustig und machen auch mit, jedoch weiss Limbo nicht bzw. akzeptiert nicht, wenn es genug ist und macht auch weiter, wenn die Spielpartner schon lange ein Stopzeichen gegeben haben. Seine Hartnäckigkeit zahlt sich aber auch in vielen Bereichen aus wie zum Beispiel beim Öffnen der Boxentüre, um an Futter zu gleangen. Mittlerweile ist er auch schon mehr als 28 Jahre alt und geniesst ein ruhiges Leben.

Lee: Unser blinder Wallach Lee ist seit 2007 bei uns. Er wurde im Jahr 2001 geboren und durchlief viele Besitzerwechsel bis meine Schwester ihn mit 6 Jahren kaufte. Den einen war er zu gross, den anderen zu temperamentvoll. Bei uns wird er für alles geschätzt, was er ist. Sein Temperament ist feurig und ungeduldig. Er liebt es zu galloppieren und hat immer Lust, etwas zu unternehmen. Seit bald 8 Jahren sieht er nichts mehr auf dem linken Auge und seit ca. 5 Jahren auch nur noch ganz wenig auf dem rechten Auge. Da er sich eine innere Landkarte gezeichnet hat, übersieht man manchmal, dass er blind ist. Wenn er sich dann den Kopf irgendwo anstösst, wird es mir wieder bewusst. Lee zeigt mir täglich, was Vertrauen bedeutet und wie ich mir Vertrauen verdienen kann. Bin ich nicht klar, ist er verwirrt und kann mir nicht folgen. Beziehung schafft Vertrauen, dies beweist er bei jedem Ausritt, an dem ich ihn als Handpferd mitnehme und er mir blind folgt und sogar immer noch den Lead übernehmen möchte. Ein grossartiger Lehrmeister.

Dante: Am 11. April 2013 wurde Dante de Veillon in der Auvergne in Frankreich geboren. Im Januar 2016 zog er bei uns ein. Dante hat einen unglaublich sanftmütigen Charakter und liebt Menschen. Er ist der Ruhepol in der Herde und weicht Konflikten eher aus. Er ist sehr bindungsorientiert und in der aktuellen Herde bindet er sich sehr an seine jüngere Schwester Niara. Dante ist gross und stark und vermittelt Ruhe und Geborgenheit. Neben seiner sehr entspannten Seite zeigt er aber auch immer Mal wieder seine temperamentvolle Seite und zeigt, dass neben dem Freiberger auch ein Lusitano in ihm steckt. Er und Niara sind bald die einzigen beiden, die noch nicht ihre Rente geniessen sondern noch jung und knackig sind und die Auslastung lieben und brauchen. Dante hat übrigens mit 2.5 Jahren Fury vom „Thron“ gestossen, was zur Folge hatte, dass es keinen alleinigen Gruppenleiter mehr gab.

Niara: Da wir mit Dante den Jackpot geknackt hatten, was den Charakter des Pferdes angeht, kaufte ich Ende 2020 seine kleine Schwester Niara. Sie ist grazil, wunderschön und liebenswert, ihr Charakter kommt dem von Dante aber nicht wirklich nahe. Das Temperament ist sehr hoch und sie wirkt oft unsicher (auch wenn das nicht immer der Fall zu sein scheint). In den letzten 6 Jahren hat sie gezeigt, dass sie eine sehr mutige und bestimmte Seite hat. Auch wenn sie nervös wirkt, geht sie für dich durchs Feuer, wenn sie dir vertraut. Sie hat es auch in ziemlich jungen Jahren geschafft, den Lead in der Herde zu übernehmen, sodass endlich wieder eine Leitstute tätig war nach 14 Jahren Junggesellen-Bude. Nun haben alle wieder eine Gruppenleiterin und klare Strukturen. Das macht die Herde ruhiger. Auch Niara ist noch längst nicht im Pensionsalter und es ist jedesmal ein Erlebnis, mit ihr durch die Natur zu galloppieren (sie kann wirklich Tempo ;-)). Was sie für mein pferdegestütztes Coaching und die Leadership/Teamtage extrem wertvoll macht ist ihre Feinfühligkeit. Wer nicht authentisch auftritt, wird von ihr nicht ernst oder wahrgenommen. Sie lehrt mich täglich, wie wichtig es ist, innerlich in eine Balance zu kommen und aus Verbundenheit heraus zu agieren.